Die Aktivierung der Task Force Scorpion Strike unter dem US Central Command Ende 2025 markierte einen entscheidenden Wandel im militärischen Umgang mit unbemannten Waffensystemen. Diese operative Einheit stellte das erste einsatzfähige Angriffsdrohnengeschwader im Nahen Osten vor, das aus Low-cost Unmanned Combat Attack System-Drohnen besteht, die aus einer erbeuteten iranischen Shahed-136 rückentwickelt wurden. Einer der größten Vorteile des Programms bleibt der Kostenunterschied: Mit rund 35.000 US-Dollar pro Drohne bietet LUCAS eine skalierbare Alternative zu teuren Präzisionswaffen und ermöglicht eine mengenbasierte Strategie, die Irans eigenes asymmetrisches Vorgehen widerspiegelt.
LUCAS übernimmt das Deltaflügel-Design der Shahed, mit einem kompakten, rund drei Meter langen Rumpf, der für autonomes Langstreckenflugverhalten optimiert ist. Die flexible Startfähigkeit per Katapult, mobilen Plattformen oder raketenunterstützten Systemen erlaubt eine vielseitige Vorwärtsstationierung. Rund zwanzig Mitarbeiter des Special Operations Command-Central betreuen das Programm und führen regionale Teststarts durch. Bis Dezember 2025 wurde das System nicht im aktiven Gefecht bestätigt, doch CENTCOM signalisierte seine Einsatzbereitschaft bei zunehmenden regionalen Spannungen.
Wie LUCAS mengenbasierte Angriffsfähigkeiten stärkt
Das Design unterstützt Sättigungstaktiken, wie sie von iranischen Stellvertretergruppen eingesetzt werden, und ermöglicht koordinierte Schwärme, die durch massiven Druck Luftabwehrsysteme überlasten sollen. Durch Integration in CENTCOM-Kommandonetze können mehrere Drohnen gleichzeitig mit minimalem logistischen Aufwand gestartet werden.
Warum ein eigenes Angriffsdrohnengeschwader einen Wendepunkt darstellt
Dieses Geschwader eröffnet ein neues Kapitel in der US-Doktrin unbemannter Systeme, bei der die Austauschbarkeit der Plattformen als Vorteil statt als Einschränkung gilt. Durch die Übernahme des iranischen Niedrigkostenmodells verschiebt sich der US-Ansatz von der reinen Abwehr feindlicher Drohnen hin zur aktiven Nutzung eigener attritabler Systeme.
Die Rolle von CENTCOM bei der beschleunigten Einführung
CENTCOM beschleunigte die Beschaffung vier Monate vor Aktivierung, nachdem Kommandeure feststellten, dass gegnerische Drohnenbestände schneller anwuchsen, als traditionelle US-Systeme sie neutralisieren konnten. Die Beschleunigung verdeutlicht ein institutionelles Umdenken: herkömmliche Beschaffungszyklen sind zu langsam für die aktuellen Bedrohungsumgebungen.
Rückentwicklungsprozess und Entwicklungsschritte
US-Ingenieure arbeiteten an einer beschädigten Shahed-136, die in einem früheren Konfliktgebiet geborgen wurde, und kooperierten mit privaten Firmen wie SpektreWorks, um die Struktur nachzubauen und gleichzeitig die Zuverlässigkeit auf US-Militärstandards anzuheben. Der schnelle Produktionszeitraum spiegelt Erkenntnisse aus wiederholten Drohnenangriffen in der Ukraine, im Roten Meer sowie auf US-Stellungen im Irak und in Syrien wider. Das iranische Modell zeigte, dass numerische Überlegenheit selbst hochentwickelte Luftabwehr umgehen kann ein zentraler Impuls für das LUCAS-Programm.
Durch iterative Tests erreichte die Plattform eine Reichweite von etwa 714 Kilometern und eine Flugzeit von sechs Stunden. Die Nutzlast von rund 18 Kilogramm, exklusive Treibstoff, bietet Platz für kleinere Gefechtsköpfe oder Missionsmodule. Durchschnittliche Reisegeschwindigkeiten um 74 Knoten, mit kurzen Spitzen über 100 Knoten, sorgen für vorhersehbares Flugverhalten ideal für Schwarmprogramme statt präzise Manöver. Der Fokus lag klar auf Erschwinglichkeit und Skalierbarkeit statt auf Spitzenleistung.
Technische Verbesserungen gegenüber der Shahed-136
Mehrere Aufwertungen unterscheiden LUCAS vom iranischen Original. Während die Shahed zunächst als Bedrohungsattrappe für US-Trainings diente, wurde LUCAS durch verbesserte Kommandolinks und höhere Navigationsrobustheit in umkämpften elektromagnetischen Umgebungen zu einem kampfbereiten System weiterentwickelt. Die meisten Verbesserungen zielen auf Interoperabilität, damit Drohnen ohne großen Aufwand in US-Netzwerksysteme eingebunden werden können.
Die Produktion wurde 2025 rasch über mehrere innovative US-Firmen ausgeweitet, was den zunehmenden Trend zu agilen Herstellungsprozessen statt klassischer Großaufträge widerspiegelt. Dadurch kann CENTCOM Bestände schnell auffüllen, selbst bei steigendem operativem Tempo.
Strategischer Kontext in Nahost-Konflikten
Iran und seine regionalen Stellvertreter intensivierten ihre Drohnenkampagnen nach dem Hamas-Angriff vom Oktober 2023, wodurch der Umfang asymmetrischer Kriegsführung wuchs. 2024 startete Iran über 170 Drohnen und mehr als 120 ballistische Raketen auf Israel, wobei US-Kräfte einen Großteil abfingen. 2025 gab es fortgesetzte Angriffe auf US-Stellungen im Irak und in Syrien, wobei Milizen langsame, kostengünstige Shahed-Varianten einsetzten, um Verteidigungssysteme auszutesten.
Admiral Brad Cooper bezeichnete die LUCAS-Stationierung als „Bedingungen schaffen, um Innovation als Abschreckung zu nutzen“, was das US-Eingeständnis früherer Lücken im Umgang mit Sättigungsangriffen widerspiegelt. Der nicht genannte Stützpunkt im Nahen Osten erhöht die schnelle Reaktionsfähigkeit der USA, besonders in Regionen, in denen kleine Milizen zuvor Zeitverzüge zwischen Erkennung und Abwehr ausnutzten.
Wie Drohnenmengen regionale Dynamiken verändern
Der mengenbasierte Vorteil iranischer Systeme veränderte die operative Landschaft und zwang Armeen, die Kosten pro Abfangrakete neu zu kalkulieren. LUCAS ermöglicht den USA, proportional zu reagieren, statt ausschließlich defensiv.
Regionale Stellvertreteraktivitäten und Eskalationsmuster
Milizangriffe in den Jahren 2024 und 2025 zeigten, wie nichtstaatliche Akteure staatliche Drohnenfähigkeiten imitieren konnten. Der US-Einsatz ähnlicher kosteneffizienter Plattformen signalisiert einen Übergang von reiner Verteidigung zu gezieltem Gegengewicht.
CENTCOMs vernetzter Reaktionsrahmen
Die Stationierung ist Teil eines mehrschichtigen Abwehransatzes, der Frühwarnsysteme mit unbemannten Angriffsmitteln verknüpft, um Bedrohungen abzufangen, bevor sie kritische Infrastruktur erreichen.
Reaktion auf Proxy-Drohneneinsätze
Stellvertretergruppen im Irak, Syrien und Jordanien setzten zunehmend Einwegdrohnen ein, um US-Ressourcen zu strapazieren. Viele Angriffe basierten nicht auf fortgeschrittener Technologie, sondern auf Masse, da teure Abfangraketen langfristige Verteidigung erschwerten. LUCAS kehrt dieses Verhältnis um und bietet eine kostengünstige Sättigungsantwort. Anstatt teure Raketen gegen billige Ziele einzusetzen, verfügt CENTCOM nun über ein wirtschaftlich tragfähiges Gegensystem.
Der Ansatz entspricht globalen Trends in der Ukraine und Israel, wo attritable Drohnen zu zentralen Verteidigungselementen wurden. Mit LUCAS zeigen die USA Bereitschaft, ähnliche Taktiken gegen nichtstaatliche Akteure einzusetzen, ohne in hochintensive Konflikte abzugleiten.
Weitere Auswirkungen für die Drohnenkriegsführung
LUCAS signalisiert einen doktrinären Wechsel hin zu austauschbaren Systemen, der die Dominanz teurer Plattformen in umkämpften Räumen infrage stellt. Die Verbreitung iranischer Designs über Stellvertreter und Russland zeigt eine globale Technologie-Diffusion, der traditionelle Beschaffung kaum folgen konnte. Mit LUCAS verkürzten die USA Entwicklungszyklen von Jahren auf Monate.
Regionale Akteure stehen nun ähnlichen Schwarmbedrohungen gegenüber und müssen stärker in Aufklärungs- und Störsysteme investieren. Übungen im Jahr 2025 validierten LUCAS gegen simulierte Schwarmangriffe und förderten Überlegungen zur Ausweitung auf weitere Einsatzräume.
Proliferation und Gegenmaßnahmen
Die Übernahme iranisch inspirierter Drohnentechnik beschleunigt den globalen Wettbewerb im Bereich günstiger unbemannter Systeme. Mit zunehmender Verbreitung von Schwarmautonomie rücken elektronische Kriegsführung, Störsender, Spoofing und Netzstörungen in den Mittelpunkt. Die Nahost-Stationierung von LUCAS könnte als Vorlage für Einsätze in Europa und im Indopazifik dienen.
Entwicklung der US-Militärinnovation
Task Force Scorpion Strike verdeutlicht den wachsenden Einfluss von Rapid Prototyping auf die Modernisierung des Pentagon. LUCAS entstand aus einer Trainingsattrappe und wurde zu einem einsatzbereiten System weiterentwickelt. Die CENTCOM-Demonstration im Juli 2025 im Pentagon zeigte die Reife der Drohne und das frühe Vertrauen der Führung.
Zukünftige Varianten könnten verbesserte Sensoren oder modulare Nutzlasten integrieren. Das LUCAS-Konzept unterstützt zudem Reformen im Beschaffungswesen durch Kooperationen mit kleineren innovativen Firmen.
Der Einzug iranischer Drohnentechnik in die USA markiert eine neue Phase, in der sowohl gegnerische als auch nicht-gegnerische Akteure viel schneller Zugang zu solcher Technologie erhalten. Diese rasante Verbreitung wirft die Frage auf, ob ähnliche Niedrigkost-Schwarmkonzepte Konflikte eskalieren oder zu neuen Formen der Sättigungskriegführung in der fragilen Nahostregion führen werden.


