Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n
Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden.
Source<\/a><\/p>\n","post_title":"Warum Afghanen in Syrien f\u00fcr Assad k\u00e4mpfen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"warum-afghanen-in-syrien-fur-assad-kampfen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3709","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":9},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n
Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n
Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Abu Fazel verlor seinen eigenen Vater bereits sehr fr\u00fch. Er wurde Opfer des B\u00fcrgerkriegs in Afghanistan, der von 1989 bis 2001 tausende Menschen das Leben kostete. Auch der Iran mischte in der Zeit schon mit. Es ist allgemein bekannt, dass die schiitischen Hazara-Milizen, die den B\u00fcrgerkrieg ebenfalls mitanfachten, von der Regierung in Teheran unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n\n\n\n Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. \u201eIch kam zu dem Schluss, dass ich nicht als M\u00f6rder weiterleben k\u00f6nnte. Stets dachte ich mir, dass selbst die schlimmsten Al-Qaida- oder IS-Terroristen Kinder haben k\u00f6nnten, die ihren Vater lieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Abu Fazel verlor seinen eigenen Vater bereits sehr fr\u00fch. Er wurde Opfer des B\u00fcrgerkriegs in Afghanistan, der von 1989 bis 2001 tausende Menschen das Leben kostete. Auch der Iran mischte in der Zeit schon mit. Es ist allgemein bekannt, dass die schiitischen Hazara-Milizen, die den B\u00fcrgerkrieg ebenfalls mitanfachten, von der Regierung in Teheran unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n\n\n\n Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Ein solcher \u201eM\u00e4rtyrer\u201c wollte Abu Fazel allerdings nicht werden. Er floh eine Woche vor dem Beginn seiner dreimonatigen Kampfausbildung. Es war ihm lieber, ein Leben auf der Flucht zu verbringen, als in Syrien unschuldige Menschen f\u00fcr einen Diktator zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch kam zu dem Schluss, dass ich nicht als M\u00f6rder weiterleben k\u00f6nnte. Stets dachte ich mir, dass selbst die schlimmsten Al-Qaida- oder IS-Terroristen Kinder haben k\u00f6nnten, die ihren Vater lieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Abu Fazel verlor seinen eigenen Vater bereits sehr fr\u00fch. Er wurde Opfer des B\u00fcrgerkriegs in Afghanistan, der von 1989 bis 2001 tausende Menschen das Leben kostete. Auch der Iran mischte in der Zeit schon mit. Es ist allgemein bekannt, dass die schiitischen Hazara-Milizen, die den B\u00fcrgerkrieg ebenfalls mitanfachten, von der Regierung in Teheran unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n\n\n\n Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Ein solcher \u201eM\u00e4rtyrer\u201c wollte Abu Fazel allerdings nicht werden. Er floh eine Woche vor dem Beginn seiner dreimonatigen Kampfausbildung. Es war ihm lieber, ein Leben auf der Flucht zu verbringen, als in Syrien unschuldige Menschen f\u00fcr einen Diktator zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch kam zu dem Schluss, dass ich nicht als M\u00f6rder weiterleben k\u00f6nnte. Stets dachte ich mir, dass selbst die schlimmsten Al-Qaida- oder IS-Terroristen Kinder haben k\u00f6nnten, die ihren Vater lieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Abu Fazel verlor seinen eigenen Vater bereits sehr fr\u00fch. Er wurde Opfer des B\u00fcrgerkriegs in Afghanistan, der von 1989 bis 2001 tausende Menschen das Leben kostete. Auch der Iran mischte in der Zeit schon mit. Es ist allgemein bekannt, dass die schiitischen Hazara-Milizen, die den B\u00fcrgerkrieg ebenfalls mitanfachten, von der Regierung in Teheran unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n\n\n\n Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. \u201eMein Cousin wurde dort get\u00f6tet. Auch andere Jungs aus unserer Gegend gingen nach Syrien und fielen dort. Lokale Zeitungen nannten sie \u201aM\u00e4rtyrer\u2018.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Ein solcher \u201eM\u00e4rtyrer\u201c wollte Abu Fazel allerdings nicht werden. Er floh eine Woche vor dem Beginn seiner dreimonatigen Kampfausbildung. Es war ihm lieber, ein Leben auf der Flucht zu verbringen, als in Syrien unschuldige Menschen f\u00fcr einen Diktator zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch kam zu dem Schluss, dass ich nicht als M\u00f6rder weiterleben k\u00f6nnte. Stets dachte ich mir, dass selbst die schlimmsten Al-Qaida- oder IS-Terroristen Kinder haben k\u00f6nnten, die ihren Vater lieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Abu Fazel verlor seinen eigenen Vater bereits sehr fr\u00fch. Er wurde Opfer des B\u00fcrgerkriegs in Afghanistan, der von 1989 bis 2001 tausende Menschen das Leben kostete. Auch der Iran mischte in der Zeit schon mit. Es ist allgemein bekannt, dass die schiitischen Hazara-Milizen, die den B\u00fcrgerkrieg ebenfalls mitanfachten, von der Regierung in Teheran unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n\n\n\n Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Im August 2014 entschloss sich auch Abu Fazel, nach Syrien zu gehen und zu k\u00e4mpfen. Im selben Monat wurde sein Cousin in der N\u00e4he von Aleppo im Kampf gegen syrische Rebellen get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n \u201eMein Cousin wurde dort get\u00f6tet. Auch andere Jungs aus unserer Gegend gingen nach Syrien und fielen dort. Lokale Zeitungen nannten sie \u201aM\u00e4rtyrer\u2018.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Ein solcher \u201eM\u00e4rtyrer\u201c wollte Abu Fazel allerdings nicht werden. Er floh eine Woche vor dem Beginn seiner dreimonatigen Kampfausbildung. Es war ihm lieber, ein Leben auf der Flucht zu verbringen, als in Syrien unschuldige Menschen f\u00fcr einen Diktator zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch kam zu dem Schluss, dass ich nicht als M\u00f6rder weiterleben k\u00f6nnte. Stets dachte ich mir, dass selbst die schlimmsten Al-Qaida- oder IS-Terroristen Kinder haben k\u00f6nnten, die ihren Vater lieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Abu Fazel verlor seinen eigenen Vater bereits sehr fr\u00fch. Er wurde Opfer des B\u00fcrgerkriegs in Afghanistan, der von 1989 bis 2001 tausende Menschen das Leben kostete. Auch der Iran mischte in der Zeit schon mit. Es ist allgemein bekannt, dass die schiitischen Hazara-Milizen, die den B\u00fcrgerkrieg ebenfalls mitanfachten, von der Regierung in Teheran unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n\n\n\n Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Erfolg hatten die Rekrutierer des Regimes auch bei Abu Fazels Cousin, der zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls minderj\u00e4hrig gewesen ist. Er ging nach Syrien und k\u00e4mpfte unter der Flagge der \u201eLiwa Fatemiyoun\u201c, wie die afghanische Division auf Seiten Assads hei\u00dft. Offiziell ist die Aufgabe der Miliz die Verteidigung des Schreines von Zaynab im S\u00fcden von Damaskus. Zaynab war die Enkelin des islamischen Propheten Mohammad. Laut iranischen Staatsmedien k\u00e4mpfen mindestens 20.000 Afghanen in der Division.<\/p>\n\n\n\n Im August 2014 entschloss sich auch Abu Fazel, nach Syrien zu gehen und zu k\u00e4mpfen. Im selben Monat wurde sein Cousin in der N\u00e4he von Aleppo im Kampf gegen syrische Rebellen get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n \u201eMein Cousin wurde dort get\u00f6tet. Auch andere Jungs aus unserer Gegend gingen nach Syrien und fielen dort. Lokale Zeitungen nannten sie \u201aM\u00e4rtyrer\u2018.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Ein solcher \u201eM\u00e4rtyrer\u201c wollte Abu Fazel allerdings nicht werden. Er floh eine Woche vor dem Beginn seiner dreimonatigen Kampfausbildung. Es war ihm lieber, ein Leben auf der Flucht zu verbringen, als in Syrien unschuldige Menschen f\u00fcr einen Diktator zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch kam zu dem Schluss, dass ich nicht als M\u00f6rder weiterleben k\u00f6nnte. Stets dachte ich mir, dass selbst die schlimmsten Al-Qaida- oder IS-Terroristen Kinder haben k\u00f6nnten, die ihren Vater lieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Abu Fazel verlor seinen eigenen Vater bereits sehr fr\u00fch. Er wurde Opfer des B\u00fcrgerkriegs in Afghanistan, der von 1989 bis 2001 tausende Menschen das Leben kostete. Auch der Iran mischte in der Zeit schon mit. Es ist allgemein bekannt, dass die schiitischen Hazara-Milizen, die den B\u00fcrgerkrieg ebenfalls mitanfachten, von der Regierung in Teheran unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n\n\n\n Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. \u201eSie trafen junge M\u00e4nner und Jugendliche in den Moscheen und \u00fcberredeten sie, gegen den IS oder Al Qaida zu k\u00e4mpfen. Die Gehirnw\u00e4sche war perfekt. Am Ende merkten viele, darunter auch ich, nicht einmal, dass wir in ihre Propaganda getappt waren. Ihre \u00dcberredungskunst war wirklich sehr speziell. Am Ende hat man Lust, nach Syrien zu gehen, um zu k\u00e4mpfen\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Erfolg hatten die Rekrutierer des Regimes auch bei Abu Fazels Cousin, der zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls minderj\u00e4hrig gewesen ist. Er ging nach Syrien und k\u00e4mpfte unter der Flagge der \u201eLiwa Fatemiyoun\u201c, wie die afghanische Division auf Seiten Assads hei\u00dft. Offiziell ist die Aufgabe der Miliz die Verteidigung des Schreines von Zaynab im S\u00fcden von Damaskus. Zaynab war die Enkelin des islamischen Propheten Mohammad. Laut iranischen Staatsmedien k\u00e4mpfen mindestens 20.000 Afghanen in der Division.<\/p>\n\n\n\n Im August 2014 entschloss sich auch Abu Fazel, nach Syrien zu gehen und zu k\u00e4mpfen. Im selben Monat wurde sein Cousin in der N\u00e4he von Aleppo im Kampf gegen syrische Rebellen get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n \u201eMein Cousin wurde dort get\u00f6tet. Auch andere Jungs aus unserer Gegend gingen nach Syrien und fielen dort. Lokale Zeitungen nannten sie \u201aM\u00e4rtyrer\u2018.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Ein solcher \u201eM\u00e4rtyrer\u201c wollte Abu Fazel allerdings nicht werden. Er floh eine Woche vor dem Beginn seiner dreimonatigen Kampfausbildung. Es war ihm lieber, ein Leben auf der Flucht zu verbringen, als in Syrien unschuldige Menschen f\u00fcr einen Diktator zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch kam zu dem Schluss, dass ich nicht als M\u00f6rder weiterleben k\u00f6nnte. Stets dachte ich mir, dass selbst die schlimmsten Al-Qaida- oder IS-Terroristen Kinder haben k\u00f6nnten, die ihren Vater lieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Abu Fazel verlor seinen eigenen Vater bereits sehr fr\u00fch. Er wurde Opfer des B\u00fcrgerkriegs in Afghanistan, der von 1989 bis 2001 tausende Menschen das Leben kostete. Auch der Iran mischte in der Zeit schon mit. Es ist allgemein bekannt, dass die schiitischen Hazara-Milizen, die den B\u00fcrgerkrieg ebenfalls mitanfachten, von der Regierung in Teheran unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n\n\n\n Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. An der Rekrutierung der Afghanen sind sowohl die Revolutionsgarden als auch die erw\u00e4hnten Basidsch-Milizen beteiligt. Abu Fazel beschreibt, wie das Viertel, in dem er gemeinsam mit seiner Familie in Teheran lebte, regelm\u00e4\u00dfig von den K\u00e4mpfern aufgesucht wurde. Viele afghanische Gefl\u00fcchtete lebten dort \u2013 und fielen auf die Gehirnw\u00e4sche der Rattenf\u00e4nger herein.<\/p>\n\n\n\n \u201eSie trafen junge M\u00e4nner und Jugendliche in den Moscheen und \u00fcberredeten sie, gegen den IS oder Al Qaida zu k\u00e4mpfen. Die Gehirnw\u00e4sche war perfekt. Am Ende merkten viele, darunter auch ich, nicht einmal, dass wir in ihre Propaganda getappt waren. Ihre \u00dcberredungskunst war wirklich sehr speziell. Am Ende hat man Lust, nach Syrien zu gehen, um zu k\u00e4mpfen\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Erfolg hatten die Rekrutierer des Regimes auch bei Abu Fazels Cousin, der zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls minderj\u00e4hrig gewesen ist. Er ging nach Syrien und k\u00e4mpfte unter der Flagge der \u201eLiwa Fatemiyoun\u201c, wie die afghanische Division auf Seiten Assads hei\u00dft. Offiziell ist die Aufgabe der Miliz die Verteidigung des Schreines von Zaynab im S\u00fcden von Damaskus. Zaynab war die Enkelin des islamischen Propheten Mohammad. Laut iranischen Staatsmedien k\u00e4mpfen mindestens 20.000 Afghanen in der Division.<\/p>\n\n\n\n Im August 2014 entschloss sich auch Abu Fazel, nach Syrien zu gehen und zu k\u00e4mpfen. Im selben Monat wurde sein Cousin in der N\u00e4he von Aleppo im Kampf gegen syrische Rebellen get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n \u201eMein Cousin wurde dort get\u00f6tet. Auch andere Jungs aus unserer Gegend gingen nach Syrien und fielen dort. Lokale Zeitungen nannten sie \u201aM\u00e4rtyrer\u2018.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Ein solcher \u201eM\u00e4rtyrer\u201c wollte Abu Fazel allerdings nicht werden. Er floh eine Woche vor dem Beginn seiner dreimonatigen Kampfausbildung. Es war ihm lieber, ein Leben auf der Flucht zu verbringen, als in Syrien unschuldige Menschen f\u00fcr einen Diktator zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch kam zu dem Schluss, dass ich nicht als M\u00f6rder weiterleben k\u00f6nnte. Stets dachte ich mir, dass selbst die schlimmsten Al-Qaida- oder IS-Terroristen Kinder haben k\u00f6nnten, die ihren Vater lieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Abu Fazel verlor seinen eigenen Vater bereits sehr fr\u00fch. Er wurde Opfer des B\u00fcrgerkriegs in Afghanistan, der von 1989 bis 2001 tausende Menschen das Leben kostete. Auch der Iran mischte in der Zeit schon mit. Es ist allgemein bekannt, dass die schiitischen Hazara-Milizen, die den B\u00fcrgerkrieg ebenfalls mitanfachten, von der Regierung in Teheran unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n\n\n\n Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Abu Fazels Familie geh\u00f6rt zur afghanischen Minderheit der schiitischen Hazara \u2013 wie viele Afghanen, die in den Iran gekommen sind. Mittlerweile k\u00e4mpfen Tausende von ihnen in Syrien. Der Iran bezahlt die Afghanen mit einem Sold von wenigen hundert Dollar pro Monat und verspricht ihren Familien eine Aufenthaltsgenehmigung oder eine Arbeitserlaubnis.<\/p>\n\n\n\n An der Rekrutierung der Afghanen sind sowohl die Revolutionsgarden als auch die erw\u00e4hnten Basidsch-Milizen beteiligt. Abu Fazel beschreibt, wie das Viertel, in dem er gemeinsam mit seiner Familie in Teheran lebte, regelm\u00e4\u00dfig von den K\u00e4mpfern aufgesucht wurde. Viele afghanische Gefl\u00fcchtete lebten dort \u2013 und fielen auf die Gehirnw\u00e4sche der Rattenf\u00e4nger herein.<\/p>\n\n\n\n \u201eSie trafen junge M\u00e4nner und Jugendliche in den Moscheen und \u00fcberredeten sie, gegen den IS oder Al Qaida zu k\u00e4mpfen. Die Gehirnw\u00e4sche war perfekt. Am Ende merkten viele, darunter auch ich, nicht einmal, dass wir in ihre Propaganda getappt waren. Ihre \u00dcberredungskunst war wirklich sehr speziell. Am Ende hat man Lust, nach Syrien zu gehen, um zu k\u00e4mpfen\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Erfolg hatten die Rekrutierer des Regimes auch bei Abu Fazels Cousin, der zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls minderj\u00e4hrig gewesen ist. Er ging nach Syrien und k\u00e4mpfte unter der Flagge der \u201eLiwa Fatemiyoun\u201c, wie die afghanische Division auf Seiten Assads hei\u00dft. Offiziell ist die Aufgabe der Miliz die Verteidigung des Schreines von Zaynab im S\u00fcden von Damaskus. Zaynab war die Enkelin des islamischen Propheten Mohammad. Laut iranischen Staatsmedien k\u00e4mpfen mindestens 20.000 Afghanen in der Division.<\/p>\n\n\n\n Im August 2014 entschloss sich auch Abu Fazel, nach Syrien zu gehen und zu k\u00e4mpfen. Im selben Monat wurde sein Cousin in der N\u00e4he von Aleppo im Kampf gegen syrische Rebellen get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n \u201eMein Cousin wurde dort get\u00f6tet. Auch andere Jungs aus unserer Gegend gingen nach Syrien und fielen dort. Lokale Zeitungen nannten sie \u201aM\u00e4rtyrer\u2018.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Ein solcher \u201eM\u00e4rtyrer\u201c wollte Abu Fazel allerdings nicht werden. Er floh eine Woche vor dem Beginn seiner dreimonatigen Kampfausbildung. Es war ihm lieber, ein Leben auf der Flucht zu verbringen, als in Syrien unschuldige Menschen f\u00fcr einen Diktator zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch kam zu dem Schluss, dass ich nicht als M\u00f6rder weiterleben k\u00f6nnte. Stets dachte ich mir, dass selbst die schlimmsten Al-Qaida- oder IS-Terroristen Kinder haben k\u00f6nnten, die ihren Vater lieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Abu Fazel verlor seinen eigenen Vater bereits sehr fr\u00fch. Er wurde Opfer des B\u00fcrgerkriegs in Afghanistan, der von 1989 bis 2001 tausende Menschen das Leben kostete. Auch der Iran mischte in der Zeit schon mit. Es ist allgemein bekannt, dass die schiitischen Hazara-Milizen, die den B\u00fcrgerkrieg ebenfalls mitanfachten, von der Regierung in Teheran unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n\n\n\n Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Abu Fazels Familie geh\u00f6rt zur afghanischen Minderheit der schiitischen Hazara \u2013 wie viele Afghanen, die in den Iran gekommen sind. Mittlerweile k\u00e4mpfen Tausende von ihnen in Syrien. Der Iran bezahlt die Afghanen mit einem Sold von wenigen hundert Dollar pro Monat und verspricht ihren Familien eine Aufenthaltsgenehmigung oder eine Arbeitserlaubnis.<\/p>\n\n\n\n An der Rekrutierung der Afghanen sind sowohl die Revolutionsgarden als auch die erw\u00e4hnten Basidsch-Milizen beteiligt. Abu Fazel beschreibt, wie das Viertel, in dem er gemeinsam mit seiner Familie in Teheran lebte, regelm\u00e4\u00dfig von den K\u00e4mpfern aufgesucht wurde. Viele afghanische Gefl\u00fcchtete lebten dort \u2013 und fielen auf die Gehirnw\u00e4sche der Rattenf\u00e4nger herein.<\/p>\n\n\n\n \u201eSie trafen junge M\u00e4nner und Jugendliche in den Moscheen und \u00fcberredeten sie, gegen den IS oder Al Qaida zu k\u00e4mpfen. Die Gehirnw\u00e4sche war perfekt. Am Ende merkten viele, darunter auch ich, nicht einmal, dass wir in ihre Propaganda getappt waren. Ihre \u00dcberredungskunst war wirklich sehr speziell. Am Ende hat man Lust, nach Syrien zu gehen, um zu k\u00e4mpfen\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Erfolg hatten die Rekrutierer des Regimes auch bei Abu Fazels Cousin, der zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls minderj\u00e4hrig gewesen ist. Er ging nach Syrien und k\u00e4mpfte unter der Flagge der \u201eLiwa Fatemiyoun\u201c, wie die afghanische Division auf Seiten Assads hei\u00dft. Offiziell ist die Aufgabe der Miliz die Verteidigung des Schreines von Zaynab im S\u00fcden von Damaskus. Zaynab war die Enkelin des islamischen Propheten Mohammad. Laut iranischen Staatsmedien k\u00e4mpfen mindestens 20.000 Afghanen in der Division.<\/p>\n\n\n\n Im August 2014 entschloss sich auch Abu Fazel, nach Syrien zu gehen und zu k\u00e4mpfen. Im selben Monat wurde sein Cousin in der N\u00e4he von Aleppo im Kampf gegen syrische Rebellen get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n \u201eMein Cousin wurde dort get\u00f6tet. Auch andere Jungs aus unserer Gegend gingen nach Syrien und fielen dort. Lokale Zeitungen nannten sie \u201aM\u00e4rtyrer\u2018.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Ein solcher \u201eM\u00e4rtyrer\u201c wollte Abu Fazel allerdings nicht werden. Er floh eine Woche vor dem Beginn seiner dreimonatigen Kampfausbildung. Es war ihm lieber, ein Leben auf der Flucht zu verbringen, als in Syrien unschuldige Menschen f\u00fcr einen Diktator zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch kam zu dem Schluss, dass ich nicht als M\u00f6rder weiterleben k\u00f6nnte. Stets dachte ich mir, dass selbst die schlimmsten Al-Qaida- oder IS-Terroristen Kinder haben k\u00f6nnten, die ihren Vater lieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Abu Fazel verlor seinen eigenen Vater bereits sehr fr\u00fch. Er wurde Opfer des B\u00fcrgerkriegs in Afghanistan, der von 1989 bis 2001 tausende Menschen das Leben kostete. Auch der Iran mischte in der Zeit schon mit. Es ist allgemein bekannt, dass die schiitischen Hazara-Milizen, die den B\u00fcrgerkrieg ebenfalls mitanfachten, von der Regierung in Teheran unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n\n\n\n Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. Obowhl sich das syrische Regime von Baschar al-Assad als s\u00e4kular ausweist, wird es vom Iran, der sich als Repr\u00e4sentant aller muslimischen Schiiten betrachtet, unterst\u00fctzt. Gemeinsames Ziel in Syrien ist es: Schiiten vor sunnitische Extremisten zu verteidigen. Dennoch ist das Regime darauf bedacht, m\u00f6glichst wenig eigene K\u00e4mpfer nach Syrien zu schicken. \u00c4hnlich wie einst w\u00e4hrend des Krieges gegen Saddam Husseins Irak, setzt der Iran auf ausl\u00e4ndische K\u00e4mpfer.<\/p>\n\n\n\n Abu Fazels Familie geh\u00f6rt zur afghanischen Minderheit der schiitischen Hazara \u2013 wie viele Afghanen, die in den Iran gekommen sind. Mittlerweile k\u00e4mpfen Tausende von ihnen in Syrien. Der Iran bezahlt die Afghanen mit einem Sold von wenigen hundert Dollar pro Monat und verspricht ihren Familien eine Aufenthaltsgenehmigung oder eine Arbeitserlaubnis.<\/p>\n\n\n\n An der Rekrutierung der Afghanen sind sowohl die Revolutionsgarden als auch die erw\u00e4hnten Basidsch-Milizen beteiligt. Abu Fazel beschreibt, wie das Viertel, in dem er gemeinsam mit seiner Familie in Teheran lebte, regelm\u00e4\u00dfig von den K\u00e4mpfern aufgesucht wurde. Viele afghanische Gefl\u00fcchtete lebten dort \u2013 und fielen auf die Gehirnw\u00e4sche der Rattenf\u00e4nger herein.<\/p>\n\n\n\n \u201eSie trafen junge M\u00e4nner und Jugendliche in den Moscheen und \u00fcberredeten sie, gegen den IS oder Al Qaida zu k\u00e4mpfen. Die Gehirnw\u00e4sche war perfekt. Am Ende merkten viele, darunter auch ich, nicht einmal, dass wir in ihre Propaganda getappt waren. Ihre \u00dcberredungskunst war wirklich sehr speziell. Am Ende hat man Lust, nach Syrien zu gehen, um zu k\u00e4mpfen\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Erfolg hatten die Rekrutierer des Regimes auch bei Abu Fazels Cousin, der zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls minderj\u00e4hrig gewesen ist. Er ging nach Syrien und k\u00e4mpfte unter der Flagge der \u201eLiwa Fatemiyoun\u201c, wie die afghanische Division auf Seiten Assads hei\u00dft. Offiziell ist die Aufgabe der Miliz die Verteidigung des Schreines von Zaynab im S\u00fcden von Damaskus. Zaynab war die Enkelin des islamischen Propheten Mohammad. Laut iranischen Staatsmedien k\u00e4mpfen mindestens 20.000 Afghanen in der Division.<\/p>\n\n\n\n Im August 2014 entschloss sich auch Abu Fazel, nach Syrien zu gehen und zu k\u00e4mpfen. Im selben Monat wurde sein Cousin in der N\u00e4he von Aleppo im Kampf gegen syrische Rebellen get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n \u201eMein Cousin wurde dort get\u00f6tet. Auch andere Jungs aus unserer Gegend gingen nach Syrien und fielen dort. Lokale Zeitungen nannten sie \u201aM\u00e4rtyrer\u2018.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Ein solcher \u201eM\u00e4rtyrer\u201c wollte Abu Fazel allerdings nicht werden. Er floh eine Woche vor dem Beginn seiner dreimonatigen Kampfausbildung. Es war ihm lieber, ein Leben auf der Flucht zu verbringen, als in Syrien unschuldige Menschen f\u00fcr einen Diktator zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch kam zu dem Schluss, dass ich nicht als M\u00f6rder weiterleben k\u00f6nnte. Stets dachte ich mir, dass selbst die schlimmsten Al-Qaida- oder IS-Terroristen Kinder haben k\u00f6nnten, die ihren Vater lieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Abu Fazel verlor seinen eigenen Vater bereits sehr fr\u00fch. Er wurde Opfer des B\u00fcrgerkriegs in Afghanistan, der von 1989 bis 2001 tausende Menschen das Leben kostete. Auch der Iran mischte in der Zeit schon mit. Es ist allgemein bekannt, dass die schiitischen Hazara-Milizen, die den B\u00fcrgerkrieg ebenfalls mitanfachten, von der Regierung in Teheran unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n\n\n\n Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannten die Extremisten unter anderem immer wieder, dass afghanische Schiiten unschuldige Sunniten in Syrien t\u00f6ten w\u00fcrden. In Syrien k\u00e4mpfen neben den afghanischen Milizen auch andere paramilit\u00e4rische Gruppierungen im Auftrag des Irans: etwa die ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten Revolutionsgarden, die einst Ayatollah Ruhollah Khomeini pers\u00f6nlich ins Leben rief oder die Basidsch-Milizen. Beiden Gruppierungen sind nicht nur in Syrien aktiv, sondern auch im Irak.<\/p>\n\n\n\n Obowhl sich das syrische Regime von Baschar al-Assad als s\u00e4kular ausweist, wird es vom Iran, der sich als Repr\u00e4sentant aller muslimischen Schiiten betrachtet, unterst\u00fctzt. Gemeinsames Ziel in Syrien ist es: Schiiten vor sunnitische Extremisten zu verteidigen. Dennoch ist das Regime darauf bedacht, m\u00f6glichst wenig eigene K\u00e4mpfer nach Syrien zu schicken. \u00c4hnlich wie einst w\u00e4hrend des Krieges gegen Saddam Husseins Irak, setzt der Iran auf ausl\u00e4ndische K\u00e4mpfer.<\/p>\n\n\n\n Abu Fazels Familie geh\u00f6rt zur afghanischen Minderheit der schiitischen Hazara \u2013 wie viele Afghanen, die in den Iran gekommen sind. Mittlerweile k\u00e4mpfen Tausende von ihnen in Syrien. Der Iran bezahlt die Afghanen mit einem Sold von wenigen hundert Dollar pro Monat und verspricht ihren Familien eine Aufenthaltsgenehmigung oder eine Arbeitserlaubnis.<\/p>\n\n\n\n An der Rekrutierung der Afghanen sind sowohl die Revolutionsgarden als auch die erw\u00e4hnten Basidsch-Milizen beteiligt. Abu Fazel beschreibt, wie das Viertel, in dem er gemeinsam mit seiner Familie in Teheran lebte, regelm\u00e4\u00dfig von den K\u00e4mpfern aufgesucht wurde. Viele afghanische Gefl\u00fcchtete lebten dort \u2013 und fielen auf die Gehirnw\u00e4sche der Rattenf\u00e4nger herein.<\/p>\n\n\n\n \u201eSie trafen junge M\u00e4nner und Jugendliche in den Moscheen und \u00fcberredeten sie, gegen den IS oder Al Qaida zu k\u00e4mpfen. Die Gehirnw\u00e4sche war perfekt. Am Ende merkten viele, darunter auch ich, nicht einmal, dass wir in ihre Propaganda getappt waren. Ihre \u00dcberredungskunst war wirklich sehr speziell. Am Ende hat man Lust, nach Syrien zu gehen, um zu k\u00e4mpfen\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Erfolg hatten die Rekrutierer des Regimes auch bei Abu Fazels Cousin, der zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls minderj\u00e4hrig gewesen ist. Er ging nach Syrien und k\u00e4mpfte unter der Flagge der \u201eLiwa Fatemiyoun\u201c, wie die afghanische Division auf Seiten Assads hei\u00dft. Offiziell ist die Aufgabe der Miliz die Verteidigung des Schreines von Zaynab im S\u00fcden von Damaskus. Zaynab war die Enkelin des islamischen Propheten Mohammad. Laut iranischen Staatsmedien k\u00e4mpfen mindestens 20.000 Afghanen in der Division.<\/p>\n\n\n\n Im August 2014 entschloss sich auch Abu Fazel, nach Syrien zu gehen und zu k\u00e4mpfen. Im selben Monat wurde sein Cousin in der N\u00e4he von Aleppo im Kampf gegen syrische Rebellen get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n \u201eMein Cousin wurde dort get\u00f6tet. Auch andere Jungs aus unserer Gegend gingen nach Syrien und fielen dort. Lokale Zeitungen nannten sie \u201aM\u00e4rtyrer\u2018.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Ein solcher \u201eM\u00e4rtyrer\u201c wollte Abu Fazel allerdings nicht werden. Er floh eine Woche vor dem Beginn seiner dreimonatigen Kampfausbildung. Es war ihm lieber, ein Leben auf der Flucht zu verbringen, als in Syrien unschuldige Menschen f\u00fcr einen Diktator zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch kam zu dem Schluss, dass ich nicht als M\u00f6rder weiterleben k\u00f6nnte. Stets dachte ich mir, dass selbst die schlimmsten Al-Qaida- oder IS-Terroristen Kinder haben k\u00f6nnten, die ihren Vater lieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Abu Fazel verlor seinen eigenen Vater bereits sehr fr\u00fch. Er wurde Opfer des B\u00fcrgerkriegs in Afghanistan, der von 1989 bis 2001 tausende Menschen das Leben kostete. Auch der Iran mischte in der Zeit schon mit. Es ist allgemein bekannt, dass die schiitischen Hazara-Milizen, die den B\u00fcrgerkrieg ebenfalls mitanfachten, von der Regierung in Teheran unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n\n\n\n Als Abu Fazel sich nun entschloss, aus der Gewaltspirale auszusteigen und nicht in Syrien zu k\u00e4mpfen, wuchs die Angst bei seiner Familie. Denn f\u00fcr die iranischen Beh\u00f6rden gilt: Hat man sich einmal gemeldet, gibt es kein zur\u00fcck. Man muss an die Front nach Syrien \u2013 oder wird zur\u00fcck nach Afghanistan abgeschoben, wo ebenfalls Krieg herrscht.<\/p>\n\n\n\n Der einzige Ausweg f\u00fcr den jungen Afghanen war die Flucht. \u00dcber die T\u00fcrkei, Griechenland und die Balkranroute erreichte er mit gro\u00dfer M\u00fche Deutschland, wo er einen Asylantrag stellte.<\/p>\n\n\n\n Als Grund nannte er seine Rekrutierung als Kindersoldat seitens des iranischen Regimes. Doch w\u00e4hrend diese Begr\u00fcndung in Abu Fazels Augen v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich war, sahen deutsche Beh\u00f6rden das anders. Sein erster Antrag wurde abgelehnt. Derzeit versucht er es ein zweites Mal. Die Bundesrepublik schiebt afghanische Gefl\u00fcchtete weiterhin ab.<\/p>\n\n\n\n Die Verantwortlichen weisen in diesem Kontext immer wieder auf vermeintlich \u201esichere Gebiete\u201c im Land, die nicht n\u00e4her benannt werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrenddessen machen Menschenrechtsorganisationen regelm\u00e4\u00dfig darauf aufmerksam, dass keine Region am Hindukusch sicher ist. Stattdessen wird in manchen Gebieten nur weniger Krieg gef\u00fchrt als in anderen.<\/p>\n\n\n\n Ein \u00e4hnliches Schicksal wie Abu Fazel erlitt der 18-j\u00e4hrige Ali (Namen ge\u00e4ndert). Auch er floh aus dem Iran nach Deutschland, um der Rekrutierung f\u00fcr Assads Milizen zu entgehen. Viele seiner afghanischen Freunde sind bereits nach Syrien gezogen \u2013 und kamen niemals zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n Alis Familie, ebenfalls Angeh\u00f6rige der Hazara-Minderheit, stammt urspr\u00fcnglich aus der Provinz Ghor im Nordosten Afghanistans. Ihre Heimat verlie\u00dfen sie w\u00e4hrend der sowjetischen Besatzung in den 1980er-Jahren.<\/p>\n\n\n\n Seit jeher lebt die Familie in der iranischen Gro\u00dfstadt Maschhad. Als der Krieg in Syrien ausbrach, erreichte sie ein Konflikt, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Im Juli 2015 reiste Alis Vater nach Teheran. Er wollte einen Weg finden, um f\u00fcr seine Familie Aufenthaltspapiere zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Beh\u00f6rden sagten ihm, dass die Rekrutierung f\u00fcr den Krieg in Syrien eine M\u00f6glichkeit darstellen k\u00f6nnte, um Papiere f\u00fcr uns alle zu erhalten. Andernfalls w\u00fcrde man uns sehr bald nach Afghanistan abschieben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Mittlerweile k\u00e4mpfen Alis Vater und sein Onkel seit \u00fcber einem Jahr in Syrien. Am Aufenthaltsstatus seiner Familienmitglieder hat sich bis heute allerdings nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Ali ist klar, dass dies nur eine Falle gewesen ist, um noch mehr Afghanen als Kanonenfutter zu missbrauchen.<\/p>\n\n\n\n Den Kontakt zu seinem Vater hat der Afghane mittlerweile verloren. W\u00e4hrenddessen schickt ihm sein Onkel, der in Aleppo stationiert ist, hin und wieder Bilder \u00fcber den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ali denkt, dass nur sehr wenige Afghanen der Propaganda der iranischen Regierung glauben und in Syrien f\u00fcr eine \u201egute Sache\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n Laut Ali erhielten anfangs einige Familien tats\u00e4chlich Dokumente, sie durften arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken. Doch dies \u00e4nderte sich mit der Zeit, und zwar gezielt.<\/p>\n\n\n\n \u201eDie Angeh\u00f6rigen der Rekruten erhielten anfangs Papiere. So hat man auch die anderen afghanischen Gefl\u00fcchteten hinters Licht gef\u00fchrt, damit sich mehr M\u00e4nner freiwillig melden. Viele von ihnen starben. Mein Vater ist weiterhin dort, doch meine Familie hat keine Papiere erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Der Umstand, dass Iran afghanische Milizen nach Syrien schickt, wird auch von anderen, extremistischen Gruppierungen, die sektiererisch vorgehen, instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n Parallel zum Krieg in Syrien sind auch die Angriffe auf Schiiten in Afghanistan gestiegen. In der Hauptstadt Kabul fanden in den letzten Wochen und Monaten mehrere blutige Angriffe auf schiitische Moscheen statt. Regelm\u00e4\u00dfig bekannte sich der afghanische Ableger des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c zu den Bluttaten.<\/p>\n\n\n\n
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\nAnfangs gab es Papiere f\u00fcr K\u00e4mpfer-Familien<\/h2>\n\n\n\n
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\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
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Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
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Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
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Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Anfangs gab es Papiere f\u00fcr K\u00e4mpfer-Familien<\/h2>\n\n\n\n
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\nErster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Anfangs gab es Papiere f\u00fcr K\u00e4mpfer-Familien<\/h2>\n\n\n\n
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\nErster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Anfangs gab es Papiere f\u00fcr K\u00e4mpfer-Familien<\/h2>\n\n\n\n
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\nErster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Anfangs gab es Papiere f\u00fcr K\u00e4mpfer-Familien<\/h2>\n\n\n\n
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\nErster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Anfangs gab es Papiere f\u00fcr K\u00e4mpfer-Familien<\/h2>\n\n\n\n
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\nErster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
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\nErster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
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\nLieber Flucht statt K\u00e4mpfer in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Erster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
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\nLieber Flucht statt K\u00e4mpfer in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Erster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
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\nLieber Flucht statt K\u00e4mpfer in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Erster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
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\nLieber Flucht statt K\u00e4mpfer in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Erster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Anfangs gab es Papiere f\u00fcr K\u00e4mpfer-Familien<\/h2>\n\n\n\n
Source<\/a><\/p>\n","post_title":"Warum Afghanen in Syrien f\u00fcr Assad k\u00e4mpfen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"warum-afghanen-in-syrien-fur-assad-kampfen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:39","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:39","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3709","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":9},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
\nLieber Flucht statt K\u00e4mpfer in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Erster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Anfangs gab es Papiere f\u00fcr K\u00e4mpfer-Familien<\/h2>\n\n\n\n
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\nLieber Flucht statt K\u00e4mpfer in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Erster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Anfangs gab es Papiere f\u00fcr K\u00e4mpfer-Familien<\/h2>\n\n\n\n
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\nLieber Flucht statt K\u00e4mpfer in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Erster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Anfangs gab es Papiere f\u00fcr K\u00e4mpfer-Familien<\/h2>\n\n\n\n
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\nDie Rekrutierung war wie eine Gehirnw\u00e4sche<\/h2>\n\n\n\n
Lieber Flucht statt K\u00e4mpfer in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Erster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Anfangs gab es Papiere f\u00fcr K\u00e4mpfer-Familien<\/h2>\n\n\n\n
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\nDie Rekrutierung war wie eine Gehirnw\u00e4sche<\/h2>\n\n\n\n
Lieber Flucht statt K\u00e4mpfer in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Erster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Anfangs gab es Papiere f\u00fcr K\u00e4mpfer-Familien<\/h2>\n\n\n\n
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\nDie Rekrutierung war wie eine Gehirnw\u00e4sche<\/h2>\n\n\n\n
Lieber Flucht statt K\u00e4mpfer in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Erster Asylantrag in Deutschland abgelehnt<\/h2>\n\n\n\n
Abschiebung von Afghanen im Dezember 2016 mit einem Charterflug von Frankfurt nach Kabul. (dpa \/picture alliance \/ Boris Roessler)<\/p>\n\n\n\n
Demonstranten protestieren in Frankfurt am Main gegen die Abschiebung von Afghanen. Auf einem der Transparente steht \u201eAfghanistan is not safe\u201c. (AFP \/ Daniel Roland)<\/p>\n\n\n\nAlis Vater und Onkel k\u00e4mpfen in Syrien<\/h2>\n\n\n\n
Anfangs gab es Papiere f\u00fcr K\u00e4mpfer-Familien<\/h2>\n\n\n\n