Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n
Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. 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Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. 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Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n \u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n \u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. 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Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n \u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? 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Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. 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Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n \u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. 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Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n \u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. 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Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n \u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n \u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n \u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. 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Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n \u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n \u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n \u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n \u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n \u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n \u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. 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Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. 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Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n \u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n \u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n \u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n \u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. 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Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n \u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n \u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n \u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n \u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. 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Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani spricht davon, dass viele Menschen immer noch gehen wollen, obwohl der \u201eIS\u201c als staats\u00e4hnliches Gebilde nicht mehr besteht. Seine Saat aber, so der Politikwissenschaftler, sei aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n \u201eSie wollen einfach nicht in diesem Land bleiben. Der IS hat sie dazu gebracht. Jeder hat heute Angst, dass eine andere Organisation kommen wird, Terroristen, die dasselbe anrichten wie zuvor.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Palani forscht am \u201eMiddle East Research Institute\u201c, das seinen Sitz in Erbil hat, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan. <\/p>\n\n\n\n \u201e60 bis 65 Prozent der Christen wollen gehen. Das Gleiche gilt f\u00fcr andere Minderheiten: f\u00fcr Jesiden, Schabaks, Turkmenen, Kakais.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n \u201eWir werden niemals wieder mit den Arabern zusammenleben k\u00f6nnen!\u201c \u2013 ein Satz, der heute h\u00e4ufig im Nord-Irak zu h\u00f6ren ist. Gemeint sind die Iraker, die Sunniten und Araber sind \u2013 die einstmals Nachbarn von Jesiden, Christen und Kurden waren \u2013 mit denen man Handel trieb und Hochzeiten feierte, die auch Freunde waren.<\/p>\n\n\n\n Der Irak ist eine multi-ethnische und multi-religi\u00f6se Gesellschaft, in der die Schiiten die Mehrheit stellen. \u00dcber Jahrhunderte aber hatten die sunnitischen Araber das Sagen, sie missbrauchten die Macht, errichteten ein Schreckensregime \u2013 bis 2003, als Diktator Saddam Hussein von den USA gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n\n\n\n Jetzt wurde der Spie\u00df umgedreht. Die Amerikaner sorgten daf\u00fcr, dass die Sunniten jegliche Machtposition verloren \u2013 so wurde die irakische Armee, wurde die baathistische Partei aufgel\u00f6st \u2013 ohne ein Pendant zu schaffen, das alle integrierte. Und: Washington unterst\u00fctzte Regierungschef Nouri al-Maliki, einen Schiiten. Maliki sah eine historische Chance gekommen, diskriminierte nun seinerseits seine sunnitischen Landsleute, verwehrte ihnen im \u201eNeuen Irak\u201c die Mitsprache. Im Regime Malikis wurden Sunniten inhaftiert, gefoltert und umgebracht.<\/p>\n\n\n\n Was viele in den Widerstand trieb. Einige schlossen sich der Terror-Organisation \u201eAl-Qaida\u201c an, unter ihnen f\u00fchrende Milit\u00e4rs der aufgel\u00f6sten Armee Saddam Husseins \u2013 und aus \u201eAl-Qaida\u201c ging sp\u00e4ter der \u201eIS\u201c hervor.<\/p>\n\n\n\n Als der \u201eIS\u201c dann im Sommer 2014 fast ohne Gegenwehr weite Landstriche in Syrien und im Irak \u00fcberrannte und seinen \u201eStaat\u201c ausrief, sahen auch gew\u00f6hnliche sunnitische Araber einen Wechsel nahen. Viele machten gemeinsame Sache mit den Terroristen, verhinderten die Flucht jesidischer Nachbarn, lieferten sie ihren Schl\u00e4chtern aus. Kamaran Palani:<\/p>\n\n\n\n \u201eIS\u201c-K\u00e4mpfer haben gesagt, es gehe darum, die W\u00fcrde der sunnitischen Araber wiederherzustellen. Ihre Macht. Ihre Geschichte. Tats\u00e4chlich konnten es die Araber nicht hinnehmen, dass sie ins Abseits gedr\u00e4ngt wurden. Und ich denke, dass sie auch in Zukunft so handeln werden. Wann immer sich die Gelegenheit bietet: Sie werden alles hinter sich lassen \u2013 sich nur darauf konzentrieren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Misstrauen. Auch bei einem Politikwissenschaftler. Was also tun? Zerst\u00f6rte St\u00e4dte und D\u00f6rfer k\u00f6nnten wieder aufgebaut werden \u2013 wenn denn ein gemeinsamer Wille best\u00fcnde. Doch was, wenn es einen solchen gemeinsamen Willen gar nicht gibt? Wenn Schmerz und Trauer anhalten, wenn die Verbrechen von Terroristen und Helfershelfern nicht geahndet werden, wenn Angst umgeht, Misstrauen und Hass das Miteinander bestimmen.<\/p>\n\n\n\n Kamaran Palani stammt aus der Stadt Makhmour. Drei Tage nur sei der \u201eIS\u201c dort gewesen, sagt er, doch diese Tage h\u00e4tten alles ver\u00e4ndert. Der \u201eIS\u201c habe die Menschen in seiner Heimatstadt verrohen lassen, meint er, das Verh\u00e4ltnis zwischen Kurden und Arabern sei heute tot. Eine R\u00fcckkehr in alte Zeiten h\u00e4lt Palani f\u00fcr falsch.<\/p>\n\n\n\n \u201eIch denke, es w\u00e4re nicht einfach, in das Jahr 2014 \u2013 also in die Zeit vor dem \u201aIS\u2018 \u2013 zur\u00fcckzukehren. Vor allem aber w\u00e4re es nicht die richtige Politik. Denn eben die hat ja erst zum Aufkommen, zur Existenz des \u201aIS\u2018 gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Ein Staat Kurdistan, der neue Optionen m\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, auch von den Minderheiten gew\u00fcnscht worden war, ist nicht entstanden. Bagdad aber ist fern, der Zentralstaat kaum existent, und wenn, dann ist er schiitisch dominiert. Es sind Milizen, die im Nord-Irak das Geschehen bestimmen, darum rivalisieren, das Machtvakuum zu f\u00fcllen, das durch die Vertreibung des \u201eIS\u201c entstanden ist. Einst im Kampf gegen die Terroristen geeint, sind die Milizen einander heute feind.<\/p>\n\n\n\n Allen voran die \u201eHashd ash-Shaabi\u201c, schiitisch-irakische Milizen, deren Ausbilder und Kommandeure h\u00e4ufig Iraner sind. Bagdad hat die Haschd als regul\u00e4re Kraft im Kampf gegen den \u201eIS\u201c anerkannt \u2013 obwohl Menschenrechts-Organisationen schwere Vorw\u00fcrfe gegen sie erheben. Fest steht: Die schiitischen Milizen halten D\u00f6rfer besetzt, sind in Mosul f\u00fcr ihr herrisches Auftreten und ihre Willk\u00fcr bekannt.<\/p>\n\n\n\n \u201eTats\u00e4chlich sorgen die verschiedenen bewaffneten Gruppen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge nicht zur\u00fcckkehren. Und weil sie nicht zur\u00fcckkehren, gibt es auch keinen Wiederaufbau. Die Menschen haben Angst vor den Milizen \u2013 auch davor, dass die einander bek\u00e4mpfen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n Die \u201eHashd\u201c m\u00fcssten mithin abziehen. Und mit ihnen die anderen Milizen. Das Machtmonopol m\u00fcsste an den Staat gehen. Doch der Irak ist auch Spielball der Regionalm\u00e4chte: Iran, T\u00fcrkei und Saudi-Arabien. Sie konkurrieren um Einfluss-Sph\u00e4ren, bedienen sich dabei verschiedener ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen im Irak. Deswegen werden die Hashd nicht abziehen. Derzeit sind sie von der iranisch-irakischen Grenze im Osten \u00fcber Bagdad bis hoch zur irakisch-syrischen Grenze im Norden postiert. Einheiten Teherans k\u00f6nnten demnach auf dem Landweg vom Iran bis ans Mittelmeer durchmarschieren.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich ist der Iran bestrebt, in der Region weiter an Einfluss zu gewinnen und scheut daf\u00fcr weder Kosten noch M\u00fchen. Die meisten arabischen Staaten reagieren mit Abwehr. Zu deren Anf\u00fchrer hat sich das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien gemacht. K\u00f6nig Salman und Kronprinz Mohammed setzen alles daran, den Erzrivalen Iran zu diskreditieren \u2013 und ihrerseits Einfluss und Macht zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n In ihrem Kampf um die Vormacht bedienen sich die Regionalm\u00e4chte der Rhetorik. Und sie hetzen ihre jeweiligen Stellvertreter milit\u00e4risch aufeinander: Im Jemen. Im Libanon. Und bis vor kurzem in Syrien. Dabei spielen sie die religi\u00f6se Karte: Die schiitische F\u00fchrung in Teheran bedient sich williger Schiiten \u2013 und das sunnitische Riad ebenso williger Sunniten. Dass Teheran und Riad bei ihren Stellvertreter-Konflikten religi\u00f6se Bez\u00fcge herstellen, hat in den Gesellschaften des Nahen Ostens Gr\u00e4ben, die es bereits seit langem gibt, weiter vertieft.<\/p>\n\n\n\n Die Lage im Nahen Osten ist heute nicht minder komplex, nicht minder verfahren als zuvor. Obwohl das staats\u00e4hnliche Gebilde des \u201eIS\u201c zerst\u00f6rt, er selbst milit\u00e4risch empfindlich geschw\u00e4cht wurde.<\/p>\n","post_title":"Die tiefen Narben f\u00fcr Syrien und Irak","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"die-tiefen-narben-fur-syrien-und-irak","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3706","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":3703,"post_author":"7","post_date":"2020-08-13 21:24:20","post_date_gmt":"2020-08-13 21:24:20","post_content":"\n Deutschland str\u00e4ubt sich gegen die R\u00fcckkehr seiner eigenen Staatsb\u00fcrger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.<\/p>\n\n\n\n Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutma\u00dflich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen. <\/p>\n\n\n\n Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.<\/p>\n\n\n\n Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus K\u00f6nigswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss. Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren \u00fcber die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, h\u00f6rt man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche T\u00e4ter kannte.<\/p>\n\n\n\n 1.050 \u2013 das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es f\u00e4llt schwer, sich umgekehrtes Szenario \u00fcberhaupt auszumalen. Was w\u00e4re wohl los, h\u00e4tte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschl\u00e4ge zu begehen? Europas \u201eMuslim Bann\u201c? \u00dcberwachungsstaat auf NSA-Niveau?<\/p>\n\n\n\n Die CSU st\u00fcnde wom\u00f6glich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter w\u00fcrde Trump deutsche Migrationspolitiker zur M\u00e4\u00dfigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus. <\/p>\n\n\n\n An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger K\u00e4mpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo \u00fcber Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten M\u00f6rder in den Reihen des IS Europ\u00e4er sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.<\/p>\n\n\n\n Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgepr\u00e4gt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schwei\u00dfer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die F\u00fchrungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.<\/p>\n\n\n\n Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat geh\u00f6rte. Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Zur deutschen Verantwortung geh\u00f6rt aber auch, dass Politiker und Beh\u00f6rden lange wegschauten, solang nur die T\u00e4ter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Beh\u00f6rden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid \u00fcber die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Gro\u00dfteil der sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer war polizeibekannt, stand auf Gef\u00e4hrderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verb\u00fc\u00dft. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und \u00d6ffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.<\/p>\n\n\n\n![]()
Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
\nBeh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
\nDeutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
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Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
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Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
\n\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n
Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
\n\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n
Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
\n\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n
Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
\n\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n
Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
\n\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n
Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
\n\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n
Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
\n\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n
Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n
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Fabian Goldmann<\/strong> ist Journalist und Islamwissenschaftler. F\u00fcr verschiedene Magazine und Zeitungen berichtete er viele Jahre aus Nahost. Zurzeit widmet er sich vor allem dem Islam diesseits des Bosporus. Auf seinem Blog Schantall und die Scharia<\/a> bloggt er \u00fcber Islamophobie in Deutschland.<\/p>\n","post_title":"Es sind unsere Terroristen","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"es-sind-unsere-terroristen","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2025-02-02 08:39:40","post_modified_gmt":"2025-02-02 08:39:40","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/dctransparency.com\/?p=3703","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":true,"total_page":40},"paged":1,"column_class":"jeg_col_2o3","class":"epic_block_3"};
\nMinderheiten haben Angst vor \u201eIS\u201c-Nachfolgern<\/h2>\n\n\n\n
\u201eIS\u201c entstand aus Widerstand gegen Schiiten-Herrschaft<\/h2>\n\n\n\n
Soldaten in der irakischen Stadt Sindschar nach der R\u00fcckeroberung von der IS-Miliz Ende 2015. (dpa \/ MAXPPP \/ Arnaud Dumontier)<\/p>\n\n\n\n
Wie also in Ruinen Neues schaffen? Der Staat muss das Gewaltmonopol zur\u00fcckerlangen, fordert der Politikwissenschaftler. F\u00fcr ihn steht das an erster Stelle. Und dann m\u00fcsse der Staat dringend einen Kurswechsel vornehmen: Er m\u00fcsse integrativ wirken, alle einbinden, auch die Araber, in Sicherheitskr\u00e4fte, Verwaltung und Politik.<\/p>\n\n\n\nMachtmonopol m\u00fcsste von Milizen zum Staat gehen<\/h2>\n\n\n\n
Iran und Saudi-Arabien wollen Macht vergr\u00f6\u00dfern<\/h2>\n\n\n\n
Oder, oder, oder\u2026<\/p>\n\n\n\nDeutsche T\u00e4ter, aber kaum deutsche Opfer<\/h2>\n\n\n\n
Deutsche K\u00e4mpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter<\/h2>\n\n\n\n
Beh\u00f6rden wussten gut Bescheid<\/h2>\n\n\n\n